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Das Beste aus dem "Asgard Länderspiel" - Teil 4

Diese Texte stammen aus einem alten Projekt, das zahlreiche andere Personen und ich im Jahre 1995 am Gymnasium verfolgt haben. Wir haben eine Art Rollenspiel gestartet, das jedoch größtenteils schriftlich ablief. Jeder Spieler war Fürst eines Landes. Er musste sich den Problemen im In- und Ausland stellen und gleichzeitig auch möglichst viel von seinem Land berichten. Die Idee war, dass am Ende eine perfekt ausgearbeitete Fantasy-Welt entstehen würde.

Das ganze Projekt dauerte rund anderthalb Jahre und hatte Hunderte von Seiten Text zur Folge. Anbei ein Ausschnitt aus diesen Texten.

Der Geburtstag des Gottkaisers

Ein Leuchten ist in den Augen des Kaisers zu sehen, als eine halbe Hundertschaft Lakaien ihn am Morgen seines Geburtstages weckt. Sie reichen ihm einen roten Strickpullover und eine goldene Haarbürste als Zeichen der Untergebenheit an das flauschige Himmelbett.

Nutzlose aber nett gemeinte Dinge denkt Beric, als er in seine vorgewärmten Hausschuhe schlüpft und sich auf dem Weg in das kaiserliche Badezimmer begeben will.

Drei Stunden später hat Beric sein Frühstück zu sich genommen, passende Kleidung angezogen und in der Zwischenzeit unzählige Geburtstagskerzen ausgeblasen. Der Empfang des engeren Kreises um den Kaiser kann beginnen.

Von Ex-Kaiser Theoderich wird ein wertvolles Schild aus Mitan herein gebracht.
Der Minister für methodische Befragung erfreut den Kaiser mit dem Model seiner neuesten Erfindung: ein hochmodernes Fallbeil, das dem uralten Gewerbe des Köpfen an den heutigen Stand der Technologie ermöglicht. Der Minister hat sein Werk zu Ehren des Kaiser Berotine genannt und hofft auf baldige Testläufe mit einem Prototyp.
Die frisch gebackene Kaiserin von Kargad zaubert mit ihrem Geschenk - ein selbst gesticktes Kissen aus dakischem Frauenhaar - immerhin ein spöttisches Lächeln auf die Miene des Kaisers.
Das Geschenk seiner Mutter versetzt Beric hingegen in Schrecken. Mitten in seinem Thronsaal steht nur eine überlebensgroße Büste von Alba Falchowar.

Ein Gespräch unter Freunden

Ich grüße Euch Geschichts- und Vertragsmeister. Es freut mich Euch beide in solch einer angenehmen Atmosphäre sprechen zu können.

Ich habe schon immer eine große Zuneigung zum Lebensstil der Hobbits gehabt und wäre zutiefst betrübt, wenn ich das Glück Eueres kleinen Volkes beeinträchtigt werden könnte.
In meiner Aufgabe als Wegbereiter einer neuen Zukunft der Freiheit und Glückseligkeit könnte ich zu gewissen Handlungen gezwungen werden. Im schlimmsten Fall könnte dies die Zerstörung des Weidentals zur Folge haben. Dies ist unvermeidlich, wenn sich die Hobbits weiterhin gegen eine Kooperation sträuben.

Das Westliche Imperium unter der Führung seiner barmherzigen Exzellenz Kanzler Daramar Arioch wäre bereit, das Weidental in seine großmütigen Arme zu nehmen. Kanzler Arioch und mir widerstrebt es schon seit langem, dass wir zu den unangenehmen Mitteln greifen müssen, die wir mit den Angriffen der Grüne Reitern ergriffen haben. Auch der Angriff auf die Silberstadt ist für uns zutiefst unangenehm und hätte durch eine bessere Kooperation der anderen Seite auf jeden Fall vermieden werden können. So sind viele Leben in einem sinnlosen Krieg ausgelöscht worden.

Wir haben daher beschlossen, dem Weidental ein weiteres Mal die Möglichkeit der Besinnung zu geben und für die richtige Seite zu entscheiden. Das Westliche Imperium bietet dem Weidental seinen Schutz und verlangt im Gegenzug nur geringe Steuerabgaben und die Erlaubnis Truppen im Land zu stationieren zu dürfen. Den Hobbits ist es erlaubt, auch in andere Teile des Westlichen Imperiums zu reisen und zum Beispiel in der Provinz Seeland in den Gebieten anderer Hobbits zu siedeln. Die Hobbits von Seeland wären sicherlich begeistert, wenn sie endlich Kontakt mit ihren Verwandten im Osten aufnehmen könnten.

Überdenkt unseren Vorschlag gut und erinnert Euch auch an die vielen Konflikte, die es in der Vergangenheit mit Gailon gegeben hat. Den Menschen im Osten kann man nicht trauen.

Wir dachten daher auch, dass wir Euch nicht trauen könnten. Wir säten Unruhe unter Eurem Volk, da wir Euch als Feinde angesehen haben. Ob wir uns geirrt haben, wird sich nun bald zeigen.

Teilt Eure Meinung mit meinem Boten, der in sieben Tagen hier an dieser Stelle erscheinen wird.

Ich werde Euch nun wohl wieder verlassen müssen. In dieser Gegend sind ein klein wenig zu viele dunderländische Soldaten unterwegs. Ein friedliebender Mann lebt hier gefährlich.

Neue Chance für die Wissenschaftler

In tiefem Groll über die vergangene Niederlage muss Beric mit ansehen, wie einige muskelbepackte Palastwachen die Forscher des Projekts „Adlerflug" in den Thronsaal werfen. Einige der Forscher hatten es bis kurz vor die Grenze zu Abanasinia geschafft, bevor sie eingeholt und in Ketten nach Kalaman gebracht werden konnten.

Zitternd stehen sie nun in einer Ecke des Raumes und trachten nach einem kleinen Loch, in das sie sich vor dem Zorn ihres übel gelaunten Herrn und Gebieters verstecken können. Dieser ist gerade dabei, alle verfügbaren Energien für einen vernichtenden Wutanfall zu sammeln.

Der Palast scheint zu erbeben, als Beric seine Stimme erhebt. Blitze göttlichen Zorns erhellen den Raum und die Forscher brechen zitternd und bebend zusammen, als der Sturm der unbeschränkten Wut ihres Gottes auf ihre sterblichen Körper trifft. Purer Zorn über die maßlose Idiotie der Sterblichen lässt die Grundsäulen Kalamans, ja des ganzen Kontinuums erbeben.

Doch die Großmut und Barmherzigkeit des leuchtenden Abbildes aller Tugenden siegt über die Wut und die Enttäuschung. Beric der Mitleidige gibt seinen unbedeutenden Dienern noch eine letzte Chance, um ihr vergängliches Leben vorläufig noch einmal zu retten.

Sie sollen ein zweites Fluggerät konstruieren. Damit sie diesmal auch wirklich nichts falsch machen können, offenbart ihnen Beric, der über sich selbst Staunende, eine genauere Beschreibung seiner Vision. Unter strengster Bewachung machen sich die Forscher daraufhin wieder an die Realisation der Idee ihres Gottes.

Otredos mitten unter den Hobbtis

Betretenes Schweigen nach der Rede. Plötzlich hört man einen Aufschrei einer vermummten Gestalt, die mit einen Satz auf die gedeckte Tafel springt. Der Vermummte reißt die schwere Kutte von sich und wirft sie auf den Wehrmeister. Dieser ist vollkommen überrascht und muss sich zunächst aus dem schwarzen Leinen hervorkämpfen.

Auf dem Tisch steht ein Mann mit der durchschnittlichen Größe eines Hobbits. Sein Vollbart und das Haar sind blendend grau und weiß. Sie stehen im Kontrast zu seiner dunklen bräunlichen Haut. Auffällig sind auch seine sehr breite Nase und seine ansonsten sehr stämmige Statur. Seine schmucklose Kleidung schimmert in einem matten Grün. An der Seite trägt er einen silbernen Dolch. Ebenfalls aus Silber ist eine schwere Kette, die aus ineinander verschlungenen Schlangen zu bestehen. An ihr baumelt ein silberner Kreis mit einem Skelettkopf, der die Hand zu einem suchenden Blick erhoben hat.

„Glaubt diesem Verräter nicht! Er ist für den Angriff auf Klippingen verantwortlich. In seinem Wahn glaubte er, dass Ihr wie ein Mann nach dem Angriff auf Klippingen hinter ihm stehen würdet und er für immer im Thainshaus von Weidental sitzen könnte. Möglicherweise sogar in einer mächtigeren Position, als nur Thain."

Die Bogenschützen haben inzwischen den Eindringling bemerkt. Noch sind sie nicht in Schussreichweite.

„Mit Sicherheit wird er das Geheimnis des Goldfundes auch noch an die Grünen Reiter aus Gailon weitergeben, um mit ihnen den Raub teilen zu können. Er ist hinterhältig und habgierig. Traut ihm nicht."

Die Bogenschützen sind schon langsam in Schußreichweite. Der Wehrmeister konnte sich von seinem Schrecken erholen und hat bereits sein Schwert gezogen. Gerade will sich auf den Schreihals stürzen.

Der angebliche Sonnentaler springt jedoch behände vom Tisch und flieht mit beeindruckender Schnelligkeit in Richtung eines kleinen Waldstückes in einigen hundert Metern Entfernung.

Die Bogenschützen und der Wehrmeister verfolgen ihn. Ihre Pfeile treffen ihr Ziel jedoch nicht.

Mit einem Mal brechen aus dem fernen Wald zwei Reiter aus den Büschen hervor, die auf den Flüchtenden zupreschen. Im vollen Galopp nehmen sie den Fremden zwischen sich und heben ihn vom Boden. In der nächsten Sekunde sitzt dieser auch schon hinter einem der Reiter, während die Pferde sich nach Osten wenden.

Der Wehrmeister reißt einem seiner Soldaten den Bogen aus der Hand und zielt genau auf den Rücken des Hobbits oder was auch immer das für ein Wesen war. Er trifft den Renegaten in der rechten Schulter. Wenige Augenblicke später sind die Reiter mit dem verletzten Flüchtling auch schon hinter einer Bergkuppe verschwunden.

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© Stefan Plogmann, 1996-2008

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